KONSTANZE HABERMANN UND ADELAIDA CUE-BÄR

Im Inneren eines verlassenen Wohnwagens erzählen Konstanze Habermann und Adelaida Cue Bär die fiktive bis fantastische Geschichte des Browsky Palace und spielen gleichermaßen mit dem Verhältnis von Identität, Intimität und Wirklichkeit. Über den Boden des Wagens verstreute Kleidungsstücke, Fotografien und alltägliche Gegenstände erwecken dabei aller Neugier zum Trotz das unwohle Gefühl, als könnte sein ehemaliger Bewohner jeden Moment zurückkommen und das Leben wieder wie gewohnt aufnehmen. Sowohl die von Habermann und Cue Bär intermedial inszenierten Portraits des Clowns Browsky — der hier scheinbar einst mit seiner dreiarmigen Frau und Hund lebte —, als auch die von Cue Bär eigens angefertigten Stoffarbeiten, als Teil des Wohnwageninterieurs sowie der Fotografien, präsentieren sich dem Rezipienten dabei eher zufällig und offenbaren sich erst auf den zweiten Blick als eine mögliche weitere Ausstellung innerhalb der Ausstellung. Die Arbeiten funktionieren so gleichzeitig als Requisiten und Auslöser für assoziativ lesbare Erzählstränge innerhalb der Inszenierung des Wohnwagens, als auch als aus dem Kontext gelöste, eigenständige Werke.

In beiden Fällen stellt sich die Frage wie Intimität Identität konstruiert und variabel erfahrbar wird. Identität kann dabei dem Anschein nach gleichzeitig vorausgesetzte Erwartung der Anderen und Begehren des Individuums sein.

 

Wenn es folglich nicht möglich scheint die individuelle Wirklichkeit ganzheitlich abzubilden, kann in der bewussten Inszenierung doch die Möglichkeit liegen, eine von der Wirklichkeit losgelöste Realität zu schaffen. Und so findet man sich, obwohl es Clown Browsky, seine dreiarmige Frau und ihre Hunde wahrscheinlich nie gab, dennoch in ihren intimen Erinnerungen und Träumen wühlend wieder.

(Rosa Windt)

 

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